Care Revolution | Der Weg zum Care-Streik 2027 beginnt jetzt – auf zur Care Revolution!
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Der Weg zum Care-Streik 2027 beginnt jetzt – auf zur Care Revolution!

Aktuelles – 03. April 2026

Der untenstehende Flyer ist im Rahmen des AK feministischer/Care-Streik im Netzwerk Care Revolution entstanden. Es gab im AK den dringenden Wunsch, dass ein Flyer vorhanden ist, den Gruppen und Personen, die im AK mitwirken, am 8.März nutzen können. Aus Zeitgründen stimmte der AK den Text nicht als einen Flyer des AK ab, er wurde jedoch besprochen und für „schön, dass es ihn gibt“ befunden. Weil wir im Netzwerk das Problem diskutierten, dass der Text als Flyer des Netzwerks verstanden werden könnte, sei hier betont: Wie die anderen Reden und Flyer, die innerhalb des Netzwerks zum 8.März entstanden sind und die wir auf der Website dokumentiert haben, ist dies kein „offizieller“ Text des gesamten Netzwerks. In der untenstehenden und als PDF verlinkten Version wurde er von der Regionalgruppe Berlin auf der 8.März-Demo verteilt.

Täglich erfahren wir: Kapitalismus und männliches Streben nach Dominanz tun nicht gut. Als isolierte Individuen leben zu sollen, die in permanenter Konkurrenz um Geld, Status, Karrieren, Freund*innen … das jeweils Beste für sich herauszuschlagen versuchen und dabei andere Menschen und erst recht die nicht-menschliche Natur ihren jeweiligen Interessen unterwerfen, ist nicht nur eklig. Ein solches Leben ist auch ein sicherer Weg ins Unglück. Lebensumstände, in denen wir uns als Konkurrent*innen wahrnehmen, weil das Notwendige angeblich nicht für alle reicht, führt zugleich zur Abwertung, letztlich auch Entmenschlichung als „anders“, schwach oder wertlos bestimmter Menschen.

Es ist jedoch nicht alternativlos. Wenn wir aufeinander achten, die Bedürfnisse aller im Blick haben, das Leben gemeinsam organisieren, teilbare Dinge und Einrichtungen auch gemeinsam nutzen, gelingt es ohne unnötigen Ressourcenverbrauch und ohne unnötig lange Arbeitszeiten, dass alle versorgt und aufgehoben sein können. Im Mittelpunkt einer solchen Alternative stehen menschliche Beziehungen. Das ist keine tragische Beschränkung des sehr männlichen Bilds von Autonomie und Unabhängigkeit. Im Gegenteil: Reiche, stützende Beziehungen sind die Basis eines guten Lebens.

Gegenwärtig jedoch ist die Beziehungen tragende Sorgearbeit nicht einfach erfüllend. Gerade die unentlohnte Haus- und Familienarbeit wird übersehen, nicht als Arbeit akzeptiert, abgewertet. Viele Care-Lohnarbeiten sind schlecht bezahlt und leiden unter Kostendruck. Dies trifft nicht alle gleichermaßen: Sorgearbeit wird in ihrer entlohnten wie in ihrer unentlohnten Form besonders von Frauen bzw. weiblich gelesenen Menschen ausgeübt. Gerade in den am schlechtesten entlohnten Berufen und in der Lohnarbeit in Privathaushalten arbeiten vor allem Migrantinnen.

Was ein zentraler und selbstverständlicher Teil eines guten Lebens sein sollte, ist Quelle von Überlastung, Armut und, wenn Institutionen ins Spiel kommen, einer Behandlung von oben herab. Das muss sich ändern, und wir können es ändern! Etwa durch einen feministischen Streik, nicht nur für bessere Rahmenbedingungen für Sorgebeziehungen, sondern auch mit Antworten auf die Frage: Wie organisieren wir unsere Sorgearbeit in gemeinsamer Verantwortung und bedürfnisgerecht – am Streiktag selbst und auf Dauer?

Es gibt eine globale Tradition großer Frauen*- und Sorgestreiks. Es gibt eine bundesweite feministische Streik-Vernetzung, die seit Jahren Sorgearbeitskämpfe pusht. Und es gibt immer mehr Frauen-, feministische und Care-Gruppen, die von einem großen Streiktag 2027 sprechen. Wir beteiligen uns im Netzwerk Care Revolution und möchten mit mobilisierenden Aktionen schon jetzt beginnen.

Wer sind wir? Wir sind in verschiedenen Gruppen im Netzwerk Care Revolution aktiv. Das Netzwerk Care Revolution ist in verschiedenen Städten und als Netzwerk an Care-Kämpfen und Interventionen rund um Sorgearbeit, entlohnt wie unentlohnt, beteiligt. Unsere Ausgangspunkte: Sorgearbeit geht alle an und muss ins Zentrum der Gesellschaft. Wir benötigen eine gut ausgebaute soziale Infrastruktur, demokratisch organisiert und allen zugänglich; dies darf nicht unter Kostenvorbehalt stehen. Wir setzen uns für gemeinsam geführte Konflikte von auf Care Angewiesenen, in Familien, Care-Einrichtungen, in Nachbarschaftsläden usw. arbeitenden Menschen ein. Denn zusammen sind wir ungeheuer stark, benötigen jedoch für die Zusammenarbeit Ziele, die allen nützen. Letztlich möchten wir eine Gesellschaft, in der es in gemeinsamer Verantwortung liegt, dass Sorgebeziehungen unterstützt werden, in der gesellschaftliche Unterstützung bedürfnisgerecht und demokratisch organisiert wird, in der nicht nach Klassen- und Geschlechtergrenzen die einen von der Arbeit der anderen einseitig profitieren.

Das Netzwerk Care Revolution erreichst du über unsere Website: https://care-revolution.org/

Hier der layoutete Flyer:

Halbjährliches Care Revolution-Netzwerktreffen am 21.03. – Eindrücke vom Tag 22. März 2026