Care Revolution | Flyer von Care Revolution Bielefeld zum Ostermarsch 2026: Gegen jeden Krieg!
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Flyer von Care Revolution Bielefeld zum Ostermarsch 2026: Gegen jeden Krieg!

Aktuelles – 05. April 2026

Der untenstehende Flyer wurde von der Bielefelder Care Revolution-Regionalgruppe für den Ostermarsch 2026 verfasst. Unten ist der Text dokumentiert; darunter findet ihr den Link zum layouteten Flyer.

GEGEN JEDEN KRIEG!

Als Bielefelder Gruppe Care Revolution positionieren wir uns gegen Krieg und Militarisierung!

Seit 4 Jahren herrscht Krieg in der Ukraine, in Israel/Palästina folgte auf das Massaker der Hamas am 07. Oktober 2023 ein 2-jähriger genozidaler Vernichtungsfeldzug gegen die Bevölkerung in Gaza mit offenem Ende. Im Sudan sind die Kämpfe grausamer denn je, in den USA baut ein reaktionär autokratischer Präsident die Weltpolitik nach seinen Wünschen um, zuletzt der Angriff auf den Iran. Und als Reaktion darauf wird in Europa fast flächendeckend und ohne breiten Widerspruch über intensive Aufrüstung, aktive Militarisierung der Gesellschaft und Sozialabbau gesprochen.

Dazu stellen wir uns in eine grundsätzliche und feministische Opposition! Wir streiten weiter für eine solidarische Gesellschaft, in der menschliche Bedürfnisse und das Sich-Kümmern umeinander im Mittelpunkt stehen, in der es nicht darum geht, diesen Planeten auszuplündern und Menschen nach rassistischen, sexistischen oder klassenbezogenen Kriterien aufzuteilen und auszubeuten.

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Für uns hat Krieg etwas mit dem generellen Verhältnis der Gesellschaft zu Care und mit den gesellschaftlichen Geschlechterverhältnissen zu tun:

Bei Care geht es im Kern um das Versorgen von Menschen und das Sich-Kümmern um die menschlichen Lebensgrundlagen. Care ist eine welterhaltende Tätigkeit. Für uns muss deswegen Care im Zentrum des gesellschaftlichen Interesses stehen. Wäre das so, würden jetzt nicht wie selbstverständlich Milliarden in Aufrüstung und die Förderung einer todbringenden Rüstungsindustrie gesteckt – koste es was es wolle. Und was es kosten wird – und das war schon von Anfang an klar – lässt sich in den aktuellen und kaum noch zu bremsenden Vorstößen zu Sozialkürzungen und längeren Arbeitszeiten ablesen. Die Umverteilung von Reichtum, die immense Möglichkeiten schaffen würde, wird hingegen als „Sozialneid“ abqualifiziert.

Es ist kein Zufall, dass mehrheitlich Frauen*, Queere und andere marginalisierte Menschen in unserer kapitalistischen und patriarchalen Gesellschaft für die Care-Arbeit zuständig sind. Es ist kein Zufall, dass Care-Arbeit schlecht bezahlt wird und sich keiner besonderen Wertschätzung erfreut. Die, die gering geschätzt werden, verrichten die gering geschätzte Arbeit. Dass diese gering geschätzte Arbeit die Grundlage von allem ist, ist dabei kein Widerspruch, sondern im Gegenteil folgerichtig. Denn würde man zugeben, dass diese Arbeit von eminenter Bedeutung ist, wäre es schwieriger, sie schlecht zu bezahlen und permanent herabzuwürdigen. Dass ausgerechnet die Arbeit, die fürs Leben als solches sorgt, gesellschaftlich nicht besonders wertgeschätzt wird, hat natürlich auch Folgen für Krieg und Frieden.

Im Gegensatz zu Care geht es bei Krieg und beim Militär um effiziente Zerstörung und Gewaltanwendung, sie sind weltzerstörend. Krieg zerstört alles, was mühsam hergestellt wurde. Zuallererst das Leben. Aber auch den ganzen gemeinschaftlich hergestellten gesellschaftlichen Reichtum: Öffentliche Infrastrukturen, Produktionsmittel, soziale Beziehungen. Er zerstört unweigerlich, was die Kriegführenden zu schützen vorgeben. Und Krieg bedeutet Naturzerstörung in großem Stil. Kriege werfen die Menschheit in ihren Chancen, die Erderwärmung doch noch zu begrenzen, um Jahrzehnte zurück.

Krieg ist dabei genausowenig geschlechtsneutral wie Carearbeit, auch wenn es ein paar Soldatinnen und männliche Erzieher gibt. Laut dem aktuellsten UN-Bericht über konfliktbezogene sexuelle Gewalt, hat diese im vergangenen Jahr ein beispielloses Ausmaß und einen schockierenden Anstieg von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht. Und das, obwohl es bereits vor 26 Jahren eine einstimmige UN-Resolution zu deren transnationaler Ächtung gab.

Es bleibt dabei: Krieg bedeutet immer eine Verschärfung der Gewaltverhältnisse. Er bedeutet eine Verrohung von Männern, der die strukturelle Verachtung von Frauen, Queers und anderer jeweils gering geschätzter Gruppen folgt. Die Gewalttaten dienen aber nicht nur der Herabwürdigung – durch sie wird die Zuordnung als „Frau“, und insbesondere auch als „Mann“, erst gewaltsam hergestellt und zelebriert. Im Krieg wird Zweigeschlechtlichkeit zwangsnormalisiert.

Und: Krieg produziert toxische Männlichkeit!

In den letzten Jahren hat sich an dieser zuvor meist geteilten Wahrnehmung etwas verändert: Das Wissen um das weltzerstörerische Wesen von Krieg – von jedem Krieg! – scheint nach und nach von einer Akzeptanz von dessen angeblicher Unabwendbarkeit verdrängt zu werden. Mit fatalen Folgen: Die Vorstellung und die Suche nach einer anderen Welt, die möglich und nötig ist, kommt abhanden. So wie kein Friede ohne Care-Arbeit möglich ist, wäre auch kein Krieg zu führen ohne Care-Arbeit. Das Gesundpflegen und das Trösten und das für die Verletzten und Verletzlichen sorgen ist nie so gefragt wie im Krieg. Insofern kommt im Krieg eine perverse Logik auf den Punkt, die schon im patriarchalen Frieden gilt: Care wird eingespannt für ein todbringendes System. Denn die Menschen, die als Arbeitskraft vernutzt und im Krieg getötet werden, müssen erst einmal geboren und versorgt werden, und zwar jeden Tag wieder neu.

Es ist ein Dilemma, dass welterhaltende Tätigkeiten permanent in den Dienst weltzerstörender Tätigkeiten gestellt werden.

Deshalb fordern wir: Care-Arbeit muss sich positionieren.

Sie sollte verlässlich als Anwältin der Marginalisierten, der Machtlosen und

der Entrechteten auftreten, für eine solidarische Gesellschaft

Sie sollte sich gegen jede Vereinnahmung bei der Kriegsplanung wehren

Sie sollte aktiv jeder Kriegslogik und der Normalisierung von Krieg

entgegentreten!

Wir müssen zusammen die patriarchale Ordnung angreifen!

CARE ÖKONOMIE statt AUFRÜSTUNG!

Flyer: Der Weg zum Care-Streik 2027 beginnt jetzt – auf zur Care Revolution! 03. April 2026