Freiburg i.B.

Wir haben uns als lokale Gruppe im Mai 2014, kurz nach der bundesweiten Aktionskonferenz in Berlin, gegründet. Als kleine Gruppe beteiligen wir uns an Aktionen gemeinsam mit anderen Initiativen  und versuchen das Konzept der Care Revolution bei Vorträgen und Workshops bekannter zu machen.

So nahmen wir in den letzten Jahren mit eigenen Plakaten und Flugblättern an der 1.Mai-Demo und dem Maifest des DGB teil. Dabei betonen wir, dass der 1.  Mai auch ein Tag der unsichtbaren Arbeit ist, die unentlohnt in Familien und sozialen Netzen geleistet wird. Im letzten Jahr machten wir zu diesem Thema auch einen Stand und fragten Besucher_innen des Maifests, was sie zur Unterstützung und Entlastung bei ihren Sorge- und Selbstsorgeaufgaben bräuchten.

Regelmäßig beteiligen wir uns auch  im Bündnis zur Vorbereitung des 8.März, der in Freiburg 2015 seit vielen Jahren erstmals wieder mit einer Demonstration begangen wurde.

Außerdem unterstützten wir den Streik der Erzieher_innen und Sozialarbeitenden 2015. An Kämpfen um die Verbesserung der Bedingungen, unter denen unentlohnte und entlohnte Sorgearbeit in der Stadt geleistet werden, werden wir uns auch in Zukunft beteiligen. Seit Herbst gibt es in Freiburg ein Bündnis zur Unterstützung der ver.di-Tarifkampagne in den Krankenhäusern. „Entlastung jetzt! Südbaden für mehr Personal in Krankenhäusern“. Diese Kampagne will Tarifverträge zur Personalbemessung in den Krankenhäusern durchsetzen; das Bündnis agiert dabei aus der Position potentieller Patient_innen bzw. als Freund_innen und Angehörige von Patient_innen. Dieser Ansatz entspricht unserer Care Revolution-Perspektive, und natürlich beteiligen wir uns.

Daneben haben wir in der Stadt Veranstaltungen zum Thema Care Revolution mitorganisiert, etwa im Vorfeld des 8. März mit der Feministischen Linken, bei einem Café der Partei die Linke oder gemeinsam mit dem Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit.

Unser erstes großes Projekt war die Freiburger Aktionskonferenz „Sorge ins Zentrum – Care Revolution als Perspektive“, die am 20. Mai 2017 in der Universität stattfand. Den Flyer zur Aktionskonferenz findet Ihr hier.

Die Konferenz wurde von Care Revolution Freiburg veranstaltet und von 33 Initiativen und Organisationen aus Freiburg und der Region unterstützt. 120 Menschen nahmen am Plenum und den Workshops teil. Deren Themen waren Selbstsorge, Leben mit Kindern, Krankenhäuser, Pflege und Assistenz, Soziale Arbeit sowie Politisierung von Care. Die Teilnehmenden spiegelten das gesamte Spektrum der Care-Bewegung wider: Pflegende Angehörige ebenso wie Personalrät_innen aus den Kliniken, Aktive aus feministischen und linken Gruppen ebenso wie in der Kirche Engagierte, Studierende ebenso wie Berufstätige. Wir freuen uns über die positive Resonanz, die wir erhalten haben. Einen Eindruck von der Aktionskonferenz könnt Ihr über ein ca. 20-minütiges Video hier gewinnen.

Auch ein ganz konkretes Vorhaben ist Ergebnis der Aktionskonferenz: Aus dem Kreis der Teilnehmenden bildete sich eine Gruppe zum Aufbau eines Care-Rats, an dem alle Interessierten teilnehmen können. Dieser Rat soll Care-Beschäftigten sowie Menschen in familiären und ehrenamtlichen Sorgebeziehungen Raum geben, Missstände und Notlagen zu schildern. Der Care-Rat wird Lösungswege, Forderungen und Handlungsoptionen entwickeln. Diese können sich zum Beipiel an den Gemeinderat richten oder die Beteiligten setzen die Ideen gleich selbst um.

Daneben basteln wir an einer kommunalen Care-Agenda, die konkrete Antworten zu folgenden Fragen geben will: Was verbessert die Lage Sorgearbeitender und auf Sorge Angewiesener in der Stadt, was gehen wir selbst an, was fordern wir von der lokalen Politik?

Unsere Gruppe ist nicht groß, aber stabil, im Wachsen begriffen und nett. Interessierte und engagierte Menschen sind uns immer willkommen und wir freuen uns, Euch bei unseren Treffen kennenzulernen!

Wir kämpfen für ein Freiburg, in dem alle Menschen ihre Sorgebedürfnisse und Sehnsüchte verwirklichen können!

Kontakt: care-revolution-freiburg@riseup.net

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