Bunter Abend (nicht nur) für pflegende Angehörige

In Hamburg findet am 8. März ein „Bunter Abend (nicht nur) für pflegende Angehörige“ statt.
Arnold Schnittger liest aus seinem Buch „Ich berühr den Himmel – Mit dem Rollstuhl durch Deutschland“, Dr. Hanneli Döhner, Mitglied des Koordinationsteams der Regionalgruppe Hamburg des Vereins „wir pflegen – Interessenvertretung begleitender Angehöriger und Freunde in Deutschland e.V.“, sowie Inge Hannemann, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, informieren über die Situation von pflegenden Angehörigen, auch im Zusammenhang mit „Hartz-IV“ und Turid Müller sorgt für eine musikalische Untermalung des Abends. Weitere Infos sind hier zu finden.

Die Veranstaltung beginnt um 20h; bereits ab 19h sind alle aus dem Care Revolution-Kontext vorab eingeladen sich mal wieder zusammenzusetzen.

Das Private ist politisch – immer noch! oder: Wenn der (Arbeits-)Alltag zur Krise wird

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Wandelwoche am 12. Oktober von 16:00 bis 19:30 in der HafenCity Universität Hamburg (HCU) im Projektraum 2.102, Überseeallee 16 statt.

Überlastung in Pflegeberufen, Unsichtbarkeit von Reproduktionsarbeit, Zeitstress und Angst vor Altersarmut haben vieles Gemein. Sorgearbeit, Pflege, Erziehung etc. lassen sich nur schwer verwerten und geraten daher heutzutage unter massiven Spar- und Zeitdruck. Sie werden zu großen Teilen von Frauen geleistet und zumeist schlecht oder gar nicht bezahlt. Wir erleben die Krise der sozialen Reproduktion, wenn im Krankenhaus niemand mehr Zeit für ein Gespräch hat, neben dem Job noch die Kinder zu managen sind und die Selbstsorge auf der Strecke bleibt oder der Lohn einer Assistenzstelle kaum zum Leben reicht. In diesem Workshop wollen wir uns mit unseren Alltagerfahrungen, mit sozialen Kämpfen im sozialen Bereich und dem Ansatz des Netzwerk Care Revolution auseinander setzen.

Weitere Infos unter:

http://wandelwoche.org/hamburg/termine/das-private-ist-politisch-immer-noch-oder-wenn-der-arbeits-alltag-zur-krise-wird/

 

Diskussionsveranstaltung: Pflege, Gesundheit und der Alltag als politische Kampffelder

hamburg

  • am 21.Oktober 2016, um 18:30 Uhr
  • Gängeviertel Fabrique, Valentinskamp 34a (Zugang über die Speckstraße)
  • Nähe U-Bahn Gänsemarkt. Die Räume sind barrierefrei nutzbar.

 

Vielen Menschen gelingt es nicht, die Anforderungen im Alltag und die notwendige Selbstsorge sowie die Sorge für Kinder, unterstützungsbedürftige Zugehörige oder Freund_innen mit ihren Vorstellungen eines guten Lebens zu verbinden. Was als individuelles Versagen gegenüber den alltäglichen Anforderungen erscheint, ist Folge der Abwertung von Sorgearbeit im Kapitalismus  und  einer neoliberalen  Krisenbearbeitung. Und dies hat auch Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen in den sogenannten Care-Berufen (Pflege, Erziehung, Soziale Arbeit,…) und die Ausgestaltung der sozialen  Infrastruktur.

Doch es gibt auch Initiativen und Auseinandersetzungen, die dem etwas entgegen setzen:  Beispielsweise am Charité-Krankenhaus in Berlin, wo ein erfolgreicher Arbeitskampf für verbesserte Arbeitsbedingungen geführt wurde. In Form von Unterstützung durch stadtteilbezogene Selbsthilfe oder dem Projekt, eine solidarisch arbeitende Poliklinik in Hamburg zu errichten. Oder  auch mit dem Netzwerk Care Revolution, welches eine grundlegende Neubewertung und Neuorganisation von Sorgearbeit anstrebt, die bisher überwiegend un- oder schlecht bezahlt von Frauen geleistet wird.

In dieser Veranstaltung möchten wir mit unterschiedlichen Initiativen gemeinsam über Organisierungsformen, Erfahrungen aus der Praxis und verschiedene politische Strategien diskutieren. Wo sehen wir Gemeinsames, was sind Ansatzpunkte, um für eine  Umbewertung von Sorgearbeit zu streiten, wie sehen feministische Perspektiven aus und was können wir voneinander lernen?

Hierfür haben wir eingeladen:

  • Jette Hausotter (AK Reproduktion, Ko-Kreis des Netzwerk Care Revolution)
  • Jannike Hansen (Wilhelmsburg Solidarisch)
  • Julia Dück (Bündnis «Berlinerinnen und Berliner für mehr Personal im Krankenhaus»)
  • Anh-Thy Nguyen (Poliklinik Hamburg)

Pflege am Boden in Hamburg

Pflege_am_Boden_August 2016

Am Montag, den 01.08.2016, versammelte sich in Hamburg eine kleine Gruppe Aktivistinnen und Aktivisten in der Innenstadt, um auf die katastrophalen Bedingungen in der Pflege hinzuweisen.

Arbeitskräftemangel, zu wenig Zeit für menschenwürdige Pflege, Überlastungen und geringe Anerkennung sind nur einige der Schwierigkeiten,die benannt wurden. So kann es nicht weitergehen, denn die Pflege liegt am Boden!

 

Debatte über persönliche Assistenz am 22.7.16 in Hamburg

Eine Diskussion über Selbstbestimmung, Arbeitnehmerrechte und politische Perspektiven

am Freitag, 22.7.2016, um 18:30h, im Centro Sociale (Sternstr. 2, Nähe U-Bahn Feldstr.)

eine Veranstaltung der Regionalgruppe Hamburg des Netzwerks Care Revolution

Persönliche Assistenz wurde von Aktivist*innen der Behindertenbewegung erstritten und soll Menschen mit Behinderung einen selbstbestimmten Alltag ermöglichen. Persönliche Assistent*innen unterstützen daher bei allen alltäglichen Dingen und die unterstützte Person entscheidet, was getan wird, wann etwas getan wird und wie. In dieser Veranstaltung wollen wir gemeinsam darüber sprechen,

  • welche Erfahrungen Assistenznehmer*innen und Assistenzgeber*innen mit persönlicher Assistenz machen,
  • wie das Recht auf Selbstbestimmung von behinderten Menschen weiter gestärkt werden kann,
  • welche Widersprüche zu Arbeitnehmer*innen-Rechten im Assistenzalltag auftreten können und
  • wo (gemeinsame) Perspektiven liegen, um für gute Arbeits- und Lebensbedingungen für alle streiten.

 

Hierfür laden wir ein:

Catharina Wesemüller

Mitglied im „Verbund selbstbestimmte Assistenz“ und tätig in der Beratungsstelle von „autonom leben e.V.“; seit 17 Jahren Assistenznehmerin im Arbeitgebermodell

Sinje Ludwig

Assistenzgeberin im Rahmen der Hamburger Assistenzgenossenschaft (HAG); Betriebsrätin der HAG

 

Die Räumlichkeiten des Centro Sociale sind barrierefrei nutzbar. Auf Wunsch bemühen wir uns um Schrift- oder Gebärdendolmetscher*innen. Wenn hierfür Bedarf besteht, meldet Euch bitte möglichst frühzeitig unter: care-revolution-hamburg@posteo.de

 

Hamburger Netzwerk: Soli-Erklärung

Dieser Streik geht alle an

Solidarität mit den Arbeitskämpfenden in den Sozial- und Erziehungsdiensten

 

Gegenwärtig ruht der Streik in den Sozial- und Erziehungsdiensten. Doch nach wie vor stehen die Angestellten der kommunalen Träger, unterstützt von ihren Gewerkschaften, im Arbeitskampf um eine bessere Eingruppierung ihrer Berufe. Bisher konnten sie ihre Forderungen noch nicht durchsetzen. Anfang Juni wurde nach mehreren Streikwochen ein Schlichtungsverfahren angestrengt und nun wirkt die Friedenspflicht. Jugendhäuser, Kindertagesstätten und Sozialberatungsstellen öffneten daher vorerst wieder die Pforten. Ein Aufatmen ging durch die Medien. Ist dieses Aufatmen gerechtfertigt?

Sorgearbeit, Bildung und Erziehung sind wichtige gesellschaftliche Aufgaben und dies sollte gewürdigt werden. Soweit stimmen fast alle zu. Und auch die Eltern und große Teile der öffentlichen Meinung zeigten sich mit dem Anliegen einer Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe zunächst solidarisch.

Doch je länger der Streik dauerte, desto kritischer wurden die Stimmen. Immer öfter wurde formuliert die Belastungsgrenzen der Eltern seien erreicht. Und das Verhalten der Erzieher*innen sei unverantwortlich.

Dem können wir uns nicht anschließen!

Selbstverständlich sehen wir, dass die Situation vieler Eltern schwierig ist. Gerade junge Eltern oder Alleinerziehende befinden sich in einer schwierigen Lage. Und oftmals sind es junge Frauen, welche, die, sich im Streik auf tuenden, Lücken stopfen. Besonders schwierig ist auch, dass die kommunalen Träger durch den Streik nicht unter finanziellen Druck geraten.

Für uns ist dies jedoch kein Grund den Streik abzubrechen, ihm unsere Solidarität zu entziehen oder resigniert die Achseln zu zucken. Vielmehr sollte es nun darum gehen, sich solidarisch zu zeigen und den Druck verstärkt auf die Straße zu tragen. Und das ist nicht nur die Aufgabe der Beschäftigten und es nicht nur die Aufgabe solidarischer Eltern. Es geht uns alle an.

Als Netzwerk Care Revolution geht es uns darum, einige Scheuklappen abzulegen. Wir wenden uns gegen die zahlreichen Spaltungen, welche die eine Gruppe gegen die andere ausspielen, uns handlungsunfähig machen oder vereinzeln. Und wir weigern uns, den Streik als einen moralischen Konflikt zwischen Erzieher*innen und Eltern zu sehen.

Wir sehen die schwierige Situation für Eltern in prekären Situationen, insbesondere für alleinerziehende Mütter oder junge Frauen, die sich beruflich noch etablieren müssen. Hier wäre zu fragen, welche solidarischen Strukturen geschaffen werden können, um die Auswirkungen des Streiks anders aufzufangen. Doch das kann nicht bedeuten, sich der Forderung anzuschließen, den Streik zu beenden und den Angestellten im Sozial- und Erziehungswesen ihr wichtigstes Mittel im Arbeitskampf zu nehmen. Das hieße den zynischen Vorschlag zu unterbreiten, an der historisch gewachsenen Abwertung erzieherischer Aufgaben als traditionell weibliche Arbeit nicht zu rütteln und Sorge- und Erziehungsarbeit weiterhin schlecht bezahlt zu verrichten.

Stattdessen sehen wir die Frage vielmehr darin, wie wir den Druck, der aktuell durch private Strukturen aufgefangen wird, stärker in die Öffentlichkeit tragen können: Die Rathäuser und Abgeordnetenbüros müssten zu Kinderspielplätzen werden und den Betrieb lahmlegen – die Demonstrationen aus allen Nähten platzen.

Denn es ist eine politische und eine gesellschaftliche Frage, die alle angeht, wie Kinderversorgung und Soziale Arbeit organisiert und wie sie finanziert wird.

Auch die Betrachtung des Konflikts als Streit zwischen Arbeitnehmer*innen und Kommunen ist unseres Erachtens noch zu kurz gegriffen. Denn die knappe Ausfinanzierung der Kommunen liefert den politischen Entscheidungsträgern das allseits beliebte Diskussionsargument: „There is no alternative!“ Auch diese Blickverengung ist ein Grund, warum die Forderungen des Streiks nur schwer durchgesetzt werden können. Dabei ist es eine allgemeine politische Frage, wie der gesellschaftliche Reichtum verteilt wird und welche Bedeutung soziale Infrastruktur bekommt. Wir streiten für eine Ökonomie, die sich nicht an der Produktion von Mehrwert orientiert, sondern an den Bedürfnissen der Menschen. Und diese Fragen bleiben nicht bei der kommunalen Ebene stehen. Es geht um ein gutes Leben für alle.

Wir werden den Arbeitskampf in den Sozial- und Erziehungsdiensten daher weiter solidarisch unterstützen. Und wir wünschen einen langen Atem und viel Erfolg!

Netzwerk Care Revolution (Hamburger Knoten)