Care Revolution Freiburg beim gewerkschaftlichen Maifest aktiv

Nachdem in Freiburg wegen Corona in den letzten beiden Jahren das gewerkschaftliche Maifest ausfiel und ausschließlich eine Kundgebung bzw. eine Demonstration stattfand, konnten wir in diesem Jahr wieder Stände aufbauen. Die Care Revolution-Regionalgruppe hatte einen gemeinsamen Stand mit dem Netzwerk Solidarisches Gesundheitswesen, das insbesondere Auseinandersetzungen und Organisierungsversuche in Krankenhäusern unterstützt und in dem wir vertreten sind. Wir verteilten unseren Mai-Flyer, in dem wir in diesem Jahr den Bogen von Care zu Klimakatastrophe und Krieg schlugen. Diesen Zusammenhang hatten wir schon in den letzten Wochen mit unserer Beteiligung an  der Klimastreik-Demo und am Ostermarsch hergestellt. Außerdem präsentierten wir auf Stelltafeln unsere Arbeit zum Thema Altenpflege und allgemein das Konzept der Care Revolution.

1. Mai 2022 in Frankfurt – Tag der unsichtbaren Arbeit

Wie in den vergangenen Jahren haben wir von Care Revolution in Frankfurt  erneut an der von den Gewerkschaften organisierten 1.Mai-Demo teilgenommen. Nach zwei mühseligen Jahren Covid-19 Pandemie, die die den unverantwortlichen Geiz einer neoliberalen Politik in Sachen Rahmenbedingungen und Infrastrukturen öffentlicher Daseinsvorsorge offenlegte, war der Krieg in der Ukraine und die von Regierungsseite geplanten Ausgaben von 100 Milliarden Euro für Aufrüstung eines der bestimmenden Themen des 1. Mai. Praktisch über Nacht wurden zentrale Positionen der Nachkriegspolitik aufgegeben und ein tot geglaubter Militarimus wiedererweckt.

Die Aktiven unserer Regionalgruppe sind sich darüber einig, dass der Einfall Russlands in der Ukraine nicht zu rechtfertigen ist und der ukrainischen Zivilbevölkerung jegliche Unterstützung zur Verfügung gestellt werden soll. Aber Aufrüstung ist abzulehnen.

Widerstand gegen Unrecht ist wichtig und notwendig. Die persönliche Entscheidung von Partisan:innen und Widerstandskämpfer:innen gegen einen inneren oder äußeren Feind zu kämpfen, ist etwas ganz anderes als ein Krieg, der von Regierenden organisiert wird, die selbst nicht die Waffen ergreifen, sondern andere Menschen an die Front schicken um zu töten.

Die 100 Milliarden Euro Steuergelder, die die Waffenindustrie erhalten soll, um Zerstörungsmaschinen zu produzieren, werden dringend anderswo gebraucht. Christine Rudolf hat nach einerm Austausch in einer Gruppe Care Revolution Aktiver in einem Artikel eine Liste Infrastrukturen zusammengestellt, die für unser gutes Zusammenleben notwendig sind.

Wir wollen uns weiterhin dafür einsetzen, dass Sorgearbeitende gesehen und wertgeschätzt werden und ihnen die notwendige Unterstützung zuteil wird, die sie brauchen um das tägliche Leben aller zu ermöglichen. Am 12. Mai ist Internationaler Pflegetag!

Ostermarsch in Heidelberg 2022 „Die Waffen nieder! – Friedenslogik statt Kriegslogik!“

Das Netzwerk Care Revolution Rhein Neckar hat zum Ostermarsch mit aufgerufen.

Der unsägliche Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine löst neben Mitgefühl und Solidarität auch Angst, Verunsicherung, Entsetzen und Sprachlosigkeit aus, genauso auch die Forderungen nach noch mehr Waffenlieferungen und Aufrüstung, wie das an Bedeutung gewinnende nationalistische Heldentum.

Berta von Suttner: Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut, das soll immer wieder mit Blut ausgewaschen werden. (1905)

Krieg und Gewalt erzeugen Gegengewalt, töten, zerstören, bringen unendliches Leid und Not, Hass, Verrohung und Verzweiflung auf allen Seiten. Menschen verlieren ihr zuhause, sind auf der Flucht……

Krieg ist und darf kein Mittel der Konfliktlösung sein. Die schrecklichen Bilder und Berichte aus der Ukraine sind kaum zu ertragen. Trotzdem: Betroffenheit und Empörung müssen zum Nachdenken und zu einem gemeinsamen Ringen um Lösungsmöglichkeiten, jenseits von Militarisierung, zur Übernahme globaler Verantwortung führen. Nötiger denn je sind politische und mediale Abrüstung. Alle Kräfte und Bemühungen müssen sich auf Deeskalation, Diplomatie und ernsthafte Verhandlungen konzentrieren. Neben Waffenstillstand und der Beendigung des Krieges gilt es, weitere Auswirkungen wie Hunger, Elend, Unruhen, Aufstände und Flucht weltweit zu verhindern.

Seit langem wieder Ostermarsch in Freiburg

In diesem Jahr gab es in Freiburg den ersten Ostermarsch seit langem in der Stadt selbst, nach dem er zuletzt in Müllheim südlich von Freiburg stattgefunden hatte, wo eine deutsch-französische Einheit stationiert ist. Diesmal wurde sowohl eine Demonstration in der Stadt am Gründonnerstag als auch eine in Müllheim am Ostermontag organisiert. In Freiburg beteiligten sich mindestens 500 Teilnehmer*innen – wenige angesichts des Krieges in der Ukraine, aber auch beachtlich angesichts des medialen Trommelfeuers, dem pazifistische Positionen in den überregionalen und auch den Freiburger Medien ausgesetzt sind.

Die Demo wurde von einem erfreulich breiten Bündnis getragen – neben Friedensgruppen unter anderem DGB und ver.di, Fridays for Future oder Seebrücke. Auch die Freiburger Care Revolution-Gruppe beteiligte sich an der Organisation der Demo und auch der Demo selbst. In einem Redebeitrag und mit Plakaten verdeutlichten wir unsere Positionen: Im Krieg gerät mit dem Schutz des menschlichen Lebens selbst auch die Sorge füreinander unter die Räder. Auch wenn Staaten darauf spekulieren, diesen Krieg zu gewinnen – die Menschen auf dem Schlachtfeld Ukraine sind auf jeden Fall Verlierer*innen. Deshalb fordern wir ein Ende der Invasion, aber auch kriegsverlängernder Maßnahmen wie Waffenlieferungen. Ebenso wenden wir uns gegen die Aufrüstung in Deutschland, wo in Windeseile und ohne gesellschaftliche Debatte 100 Milliarden fürs Militär freigegeben werden, die wir in der Care-Infrastruktur und als Mittel gegen die Klimakatastrophe dringend bräuchten.

Bericht vom Netzwerktreffen Care Revolution – Frühling 2022

Am 2.4. hatten wir unser halbjährliches überregionales Netzwerktreffen. Im Vorbereitungsteam gab es zu Beginn der Planung des Treffens durchaus Bedenken, wie viele Personen sich beteiligen würden. Schließlich ist nach gut zwei Jahren Pandemie die Erfahrung, dass die Lust auf Online-Treffen wirklich nachlässt. Letztlich waren wir aber von 9:30 bis 15:15 Uhr immer um die 25 Teilnehmer*innen, mit leichter Fluktuation. Ein großer Vorteil der Online-Treffen ist dabei, dass Aktive aus wirklich vielen (13!) verschiedenen Städten zusammenkommen und auch die Hürde für Interessierte nicht so groß ist, die mal ins Netzwerk hineinschnuppern wollen, aber keine Regionalgruppe in ihrer Stadt haben.

Wie üblich koppelten wir Vorstellung der Teilnehmer*innen mit Berichten aus den jeweiligen Städten. Vieles, was berichtet wurde, könnt ihr auf dieser Website nachlesen. Aber es kam auch wieder zum Vorschein, wie viel in den Gruppen im Netzwerk passiert, was unbekannt bleibt, wenn es nicht an die Website geschickt wird. Beispiele: Die Dortmunder Initiative für Bürger*innenräte, eine Initiative für einen Tarifvertrag zur Entlastung des Pflegepersonals in sechs nordrhein-westfälischen Krankenhäusern, eine Veranstaltung der Heidelberger Regionalgruppe zu Rassismus-Erfahrungen von Pfleger*innen, eine in Berlin geplante Care-Konferenz im Mai. Dabei die Bitte an alle: Berichtet, was ihr macht! Und auch an die Kooperationspartner*innen des Netzwerks: Schickt uns Berichte über das, was ihr tut und was im Care Revolution-Kontext relevant ist!

Eine zentrale Position beim Treffen hatte der Input von Barbara Fried (Rosa-Luxemburg-Stiftung) zum Thema „Von einer sorglosen zu einer sorgenden Community. Care-Infrastruktur in die Hände der Gesellschaft.“ Ihre Kernaussage: Eine Vergesellschaftung von Care-Einrichtungen bedeutet nicht nur, renditeorientierte Unternehmen aus diesem Bereich zu verdrängen oder zu enteignen und in Selbstorganisation aufgebaute Care-Infrastrukturen zu fördern. Darüber hinaus sind lokale demokratische Entscheidungsgremien – Care-Räte – erforderlich, damit alle Betroffenen mitentscheiden können. So lassen sich  die Interessen von Care-Beschäftigten und von Menschen in häuslichen Care-Situationen oder die Wünsche nach neu gestalteten Sorgebeziehungen verbinden. Beispiele für solche Projekte finden sich etwa in Barcelona oder Madrid. Barbaras Ideen finden sich in einem mit Alex Wischnewski verfassten Aufsatz.

Nach der Pause ging es in Arbeitsgruppen weiter um dieses Thema, aber auch um den öffentlichen Auftritt des Netzwerks, die Verbindungen von unentlohnter Arbeit und Klima sowie die Bedeutung von Utopien für Care-Aktive. Anschließend besprachen wir verschiedene Wege, die sich eröffnen, um die Care Revolution-Tätigkeit durch finanzielle Unterstützung zu erleichtern und zu verstetigen. Unter anderem wurden wir durch die taz gefördert. Näheres findet ihr hier.

Und noch ganz wichtig zum Vormerken: Das nächste Netzwerktreffen wird am 19.11.22 stattfinden. Sowohl die Begrenzung auf einen – gut gefüllten – Tag als auch das Online-Format haben sich bewährt. Wir freuen uns, wenn ihr wieder oder erstmals dabei seid!

Gegen Rassismus und für Vielfalt in der Pflege – Veranstaltung in Heidelberg

Care Revolution Rhein Neckar hat im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus das Thema Rassismus in der Pflege aufgegriffen und konnte Sun-Young Yang-Scharf für einen Vortrag mit Austausch für den 25.03. gewinnen.

Am 25.03. fand diese Veranstaltung statt unter dem provokanten Thema: „…aber ich suche doch eine RICHTIGE Krankenschwester!“

Sun Young Yang-Scharf ist gebürtige Südkoreanerin und lebt seit vielen Jahren in Deutschland. Sie war u.a. Leitung einer Station in einem Krankenhaus und leitet aktuell einen Stützpunkt im Bereich ambulante Palliativversorgung /Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst.

Frau Yang-Scharf berichtete eindrücklich vom subtilen und strukturellen Rassismus, der im Gesundheitswesen tagtäglich erlebt wird und erörterte Strategien dagegen. Sie kämpft seit Jahren mit Vorträgen bei Fachveranstaltungen und mit Beiträgen in Fachzeitschriften sowie Fortbildungsveranstaltungen gegen Rassismus und für Vielfalt in der Pflege. Sie ermutigt Kolleg*innen, sich zur Wehr zu setzen und unterstützt Geschäftsleitungen/Vorgesetzte, entsprechende Strukturen zu schaffen.

Weiteres könnt Ihr hier nachlesen.

Klimastreikdemo in Freiburg am 25.3.22

Am 25.3. nahmen in Freiburg erfreulich viele Menschen in Freiburg an der Klimastreik-Demonstration bei, die Fridays for Future veranstaltete. Die Veranstalter*innen zählten 8.000 Teilnehmer*innen, die Polizei 5.000. Auch diesmal haben wir uns als ‚Platz für Sorge Freiburg‘ wieder mit unserem Banner beteiligt. Wir waren leider nicht viele, großenteils von Care Revolution, aber auch dem Netzwerk Solidarisches Gesundheitswesen, der Grünen Jugend und den Unabhängigen Frauen Freiburg. So gingen wir zwei Stunden durch die Innenstadt und genossen das Wetter und die Solidarität.

Im Vorfeld hatte Care Revolution Freiburg mit einem Flyer, den wir im Arbeitskreis Care – Klima – Revolution entworfen hatten, für den Klimastreik und den Care-Block aus unserer Perspektive Werbung gemacht. Der Tenor: Es ist das kapitalistische Gesellschaftssystem, das mit seiner Orientierung auf Wachstum, Konkurrenz und Kostenminimierung die Ökosysteme und die – insbesondere unentlohnte – Sorgearbeit rücksichtslos übernutzt. Deshalb machen wir uns auf den Weg, etwas Besseres als dieses Gesellschaftssystem zu finden und setzen dabei auf die Zusammenarbeit von Klimagerechtigkeits- und Care-Bewegung.

Wenn ihr im überregionalen Arbeitskreis Care – Klima – Revolution mitarbeiten wollt, schreibt bitte an: care-klima-revolution@riseup.net

 

Die Waffen nieder! Care Revolution in Frankfurt aktiv

Die Care Revolution-Gruppe aus Frankfurt hat heute erneut gegen Krieg und Gewalt demonstriert. Bereits für den 8. März hatten wir ein Banner gefertigt, um den Kampf der Sozialarbeiter*innen und Erzieher*innen zu unterstützen. Care-Berufe – überhaupt Care-Arbeit, bezahlt oder unbezahlt – muss aufgewertet werden.

Es erscheint fast unmöglich, angemessene Löhne und bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Aber ohne mit der Wimper zu zucken, werden Milliarden für Waffenproduktion locker gemacht. Gewalt ist nicht die Lösung für Gewalt!

Zusammen mit vielen anderen Organisationen sind wir für Abrüsten. Denn Waffen und Krieg bedeuten Austeritätspolitik und Sparen bei den Ärmsten und Verwundbarsten.

Care als ein Themenschwerpunkt in der feministischen Streikwoche in Osnabrück

Das Frauenstreikbündnis Osnabrück hat in Kooperation mit vielen Gruppen und Einzelpersonen dieses Jahr zum 8. März 2022 eine vielfältige Veranstaltungswoche auf die Beine gestellt. Wir als Bloody Maries sind Kooperationspartnerinnen des Netzwerks Care Revolution und freuen uns, dass auch in diesem Jahr das Thema Care als ein Schwerpunkt im Streik eingebracht wurde.

So sind wir am 01. März mit einem Infostand unter dem Motto. „Und wem hältst Du den Rücken frei?“ zum Equal Care Day in der Osnabrücker Innenstadt gestartet. Wir konnten durch unseren bunten Stand mit einem Care-Quiz und weiteren Mitmachaktionen viele Menschen auf das Thema aufmerksam machen, sind auf viel Zuspruch und großes Interesse gestoßen.

Weiter ging es mit dem Vortrag zur „Berliner Krankenhausbewegung – wenn die Hauptstadt unbemerkt streikt“, bei dem eine Streikbeteiligte uns über die Streikdynamiken, die Forderungen, die Verhandlungen und die Erfolge berichtet hat. Jetzt hoffen wir, dass unsere Nachbar*innen in NRW ähnlich erfolgreich sind und senden an dieser Stelle solidarische Grüße!

Am 08. März selbst waren gleich zweimal auf der Straße. Zuerst ging es mit den Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen zum Warnstreik, an dem sich über 100 Beschäftigte beteiligten. Wir wurden eingeladen, einen Redebeitrag zu halten, und freuten uns auch hier, unsere Perspektive auf Care und den Wunsch nach einer bedürfnisorientierten Ökonomie einbringen zu können. Später am Tag sind wir dann raus zur 08.März-Demo. Mit ca. 250 Personen zogen wir durch die Stadt und konnten auch hier mit einem Redebeitrag das Thema Care einbringen.

Empowert und mit vielen neuen Kontakten und Impulsen haben wir den 8. März bei gutem Essen und in gemütlicher Atmosphäre in der Frauenkneipe ausklingen lassen. Nun blicken wir als nächste Aktionen einer Infoveranstaltung der Poliklinik in Leipzig sowie einer Zukunftswerkstatt zum Thema feministische Utopien (23./24.4.) entgegen. Bei Interesse schickt uns gerne eine Mail.