Care Revolution Freiburg am 8. März aktiv

8Maerz-Freiburg1Dieses Jahr konnten wir am 8. März tagsüber an den Ständen und auf der abendlichen Demo zur Freiburger Aktionskonferenz „Sorge ins Zentrum – Care Revolution als Perspektive“ einladen. Dies stieß auf große und positive Resonanz.

Inhaltlich diskutierten wir eine Care-Agenda für Freiburg, die Ihr hier lesen könnt. Wenn Ihr Ergänzungen, Veränderungsvorschläge oder andere Anmerkungen habt, freuen wir uns darüber unter care-revolution-freiburg@riseup.net.

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Feminismus aktuell – Beitrag von Antje Schrupp in der Frankfurter Rundschau

Antje Schrupp schreibt am 8. März 2017 in der Frankfurter Rundschau einen lesenswerten Artikel mit dem Untertitel: „Der moderne Feminismus will nicht die Lage von einigen Frauen verbessern, sondern die ganze Gesellschaft.“ Sie endet mit der Feststellung: „Die Frauenbewegung ist nicht zu radikal, sie war es nie. Sondern ohne radikalen Feminismus kann es keine sozialen Bewegungen geben. In Zukunft wird die Demokratie feministisch sein. Oder sie wird sterben.“

Lesen könnt Ihr diesen hoch aktuellen Artikel hier.

Care Revolution Rhein-Ruhr – 10. Regionalgruppe des Netzwerks

Seit einigen Wochen ist auch im Gebiet Rhein-Ruhr eine Regionalgruppe Care Revolution aktiv. Sie gründete sich nach einer Veranstaltung an der Hochschule Düsseldorf, die von Studentinnen organisiert am 12.12.2016 stattfand. Nach einem Input von Gabriele Winker und einer Podiumsdiskussion zwischen ihr, Vertreterinnen von ver.di NRW/Düsseldorf, „Wir Frauen – das feministische Blatt“ und dem Publikum verständigten sich die Teilnehmenden darauf, ein regionales Netzwerk zu gründen. Das erste Netzwerktreffen fand am 20.01.2017 statt. Das nächste folgt am 22.03.2017.

Unser junges Netzwerk ist derzeit noch klein mit 10 Mitglieder, die u.a. aus den Bereichen Studium, Lehre, Gewerkschaftsarbeit und Publizistik kommen. Eine Erweiterung sowie erste Netzwerkaktionen sind in Planung. Interessierte können sich unter info.care-revolution@hs-duesseldorf.de melden.

Care Revolution in der BRIGITTE WOMAN

Brigitte_WinkerRechtzeitig zum internationalen Frauenkampftag ist die neue Ausgabe von Brigitte Woman erschienen, die als Aufmacher die Thematik der Care Revolution aufgreift. Unter dem Titel: „Wir kümmern uns darum! Familie, Job, Haushalt – Frauen schaffen alles. Aber wollen wir das überhaupt?“ erscheint ein Interview mit Gabriele Winker. Das Interview ist „Brigitte-kompatibel“ bearbeitet, aber vielleicht gerade deswegen spannend.

Equal Care Day Veranstaltung in Frankfurt

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Frankfurt hat am 28.2.17 als erste Stadt der Bundesrepublik, wenn nicht vielleicht von Europa oder gar weltweit, den Equal Care Day offiziell mit einer Abendveranstaltung begangen. Almut Schnerring und Sascha Verlan setzten 2016 – einem Schaltjahr – die Idee in die Welt, dass der 29. Februar zum Equal Care Day deklariert werden sollte, weil Männer statistisch vier Jahre brauchen, um die Menge an (meist unbezahlter) Sorgearbeit zu leisten, die Frauen in einem Jahr bewältigen. Um vielleicht dennoch etwas schneller eine Bewusstseinsveränderung anzustossen, wurde beschlossen, den Tag jedes Jahr zu begehen, aber an nicht-Schaltjahren eben ersatzweise am 28. Februar bzw. am 1. März.

Zur großen Freude unseres Regionalnetzwerks Care Revolution Rhein-Main wurden wir in die Gestaltung des Programms einbezogen. Wir führten mit einem kurzen Sketch ein in die Thematik, die dann von Prof. Dr. Uta Maier Graewe weiter ausgeführt wurde. Carearbeit wird großteils von Frauen ausgeübt und genießt sehr geringe Anerkennung. Wenn sie erwerbsförmig organisiert ist, dann wird sie schlecht bezahlt, weil sie als “unproduktiv” betrachtet wird. Denn in unserem kapitalistischen Wirtschaftssystem wird Produktivität gleichgesetzt mit Rentabilität.

So ist also die “Produktion” von Menschen – mit ihnen schwanger zu gehen, sie zu gebären, großzuziehen und sich dabei mehr als eine Nacht um die Ohren zu schlagen, zu ihren Gunsten auf einen bedeutenden Teil des eigenen Einkommens zu verzichten, vielleicht auch auf Karrierechancen und Rentenanwartschaften, die dann der Wirtschaft als Arbeitskraft und noch viel wichtiger Konsument_innen zur Verfügung stehen – so gut wie nichts Wert!?! Jedenfalls nicht wertschöpfend – im Gegensatz zur Produktion von Waren und Dienstleistungen.

Dem Vortrag folgte eine angeregte Diskussion mit den Teilnehmenden, die darum kreiste, dass die ungleiche Verteilung der Carearbeit Frauen in ihren Möglichkeiten am Erwerbsmarkt teilzunehmen, sehr benachteiligt. Und dass diese Teilnahme am Erwerbsarbeitsmarkt die Voraussetzung für eine finanzielle Unabhängigkeit und eine Absicherung im Alter bedeute. Warum denn nicht aus diesem Denkkorsett ausbrechen und Arbeit und Existenzsicherung als zwei unabhängige Größen betrachten? Wir hatten doch gesehen, dass ein sehr großer Anteil notwendiger Arbeit unbezahlt erledigt wird, also keinesfalls “des Geldes wegen”. Gleichzeitig gibt es Menschen, die über immer mehr Geld verfügen, obwohl sie nicht arbeiten. „Ihr Geld tut das für sie“. Die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens könnte doch da vieles verändern. Menschen wären existenziell abgesichert und würden arbeiten, weil sie eine Arbeit als notwendig oder wünschenswert betrachten, nicht um damit ihr Brot zu verdienen. Viele junge Männer würden sich gerne in der Familie einbringen, wenn es ihnen (finanziell) möglich wäre.

Einige Teilnehmende äußerten ihren Überdruss darüber, dass das Thema der ungleichen Verteilung der unbezahlten Arbeit seit Jahrzehnten auf der Tagesordnung der Feministinnen stünde, aber immer noch keinen Deut vorangekommen sei. Wie kann endlich die notwendige kulturelle Veränderung stattfinden? Sind die Mütter daran schuld, weil sie ihre Söhne nicht richtig erziehen? Ganz bestimmt nicht, da Erziehung nicht nur eine Angelegenheit der Mütter ist, sondern der ganzen Gesellschaft, mit ihren Stereotypen und Normen. Alle, besonders die Kulturschaffenden, die Medien, die Werbung, müssen an der Veränderung der Geschlechtervorstellungen arbeiten. Und es haben ja schon Veränderungen stattgefunden. Viele Frauen verweigern z.B. bewusst eine Mutterschaft und damit ein bestimmtes Rollenklischee.

Wie könnte ein Kampf für Veränderung im Carebereich aussehen? Wenn z.B. ein Streik im Krankenhaus oder in der Familie nicht eine Konfliktsituation zwischen den zwei Polen Arbeitgeber und Arbeitnehmerin ist, sondern drei Personen in ein Spannungsfeld setzt: die Sorgetragende (eine Krankeschwester), die versorgte Person (der oder die Patient_in) und den Arbeitgeber (den Träger des Krankenhauses). Wie soll eine Mutter ihr Kleinkind einige Stunden unbeaufsichtigt sich selbst überlassen, um damit Druck auszuüben, damit z.B. mehr Kitas gebaut werden oder sich die Qualität der Kitas verbessert?

Es wurde darauf hingewiesen, dass sich im Zusammenhang mit der wachsenden internationalen Frauenbewegung in Deutschland ein Feministisches Netzwerk gebildet hat, das auch in Deutschland zu einem globalen Frauenstreik am 8. März aufruft. So wird z.B. in Frankreich aufgerufen, weil Frauen zu 21% weniger bezahlt werden als Männer, dass sie am 8. März um 15h30 die Arbeit niederlegen sollen, um auf die Strasse zu gehen und für ihre Rechte zu demonstrieren.

Ja, auch hier in Frankfurt werden wir uns beteiligen. Am 8. März werden wir um 16h an der Davidstatue an der Hauptwache für Care-Sharing demonstrieren. Wir laden alle Frauen ein, und die Männer, die ebenfalls für das Gute Leben für Alle sind: ZUSAMMEN FAIR-CAREN WIR DIE VERHÄLTNISSE!

Solidarisch für gute Pflege – Es ist 5 Minuten vor 12!

Straßenaktion in Frankfurt
Straßenaktion in Frankfurt
Solidarisch für gute Pflege
Solidarisch für gute Pflege
„Mehr von uns ist besser für alle!“ – Gute Care-Arbeit kann nur geleistet werden, wenn die zu leistende Arbeit auf genügend Schultern verteilt wird. Ob in der Krankenpflege, in der Altenpflege, in der Pflege von Angehörigen oder in der Kinderbetreuung. Der Slogan, der vom Personal der Charité gesprägt wurde, gilt für alle Bereiche der Sorgearbeit. Und so haben wir von Care Revolution Rhein-Main uns heute auf der Zeil solidarisiert mit dem Aktionstag von ver.di in den Krankenhäusern für das Einhalten der Pausen.

Gemeinsam mit Aktiven aus dem Frankfurter Netzwerk für Soziale Arbeit haben wir mit Passant_innen diskutiert über den Pflegenotstand. Darüber, dass gute Pflege alle angeht, und dass wir uns besser rechtzeitig mobilisieren. Wir haben Unterschriften gesammelt für die bundesweite Gefährdungsanzeige und Flugblätter verteilt.

Unsere nächste Aktion ist für Mittwoch, den 8. März geplant. Am Internationalen Frauenkampftag, der dieses Jahr unter dem Motto steht „Feminismus ist Widerstand, werden wir in Solidarität mit allen Sorgetragenden Widerstand leisten gegen ein System, das Profit über gutes Leben stellt.

Freiburger Aktionskonferenz Care Revolution am 20.5.17

Plakat_Care_Aktionskonferenz_FreiburgAufruf an alle im Südwesten Deutschlands, sich Samstag, den 20. Mai 17, freizuhalten. An diesem Tag findet von 12 bis 18 Uhr in der Universität Freiburg (KG I, HS 1010) die Freiburger Aktionskonferenz unter dem Titel „Sorge ins Zentrum – Care Revolution als Perspektive“ statt.

Neben Diskussionen im Plenum gibt es Möglichkeiten zum Austausch in sechs Workshops zu folgenden Themen:

  • Workshop 1: Wo bleibe ich? Zeit für Selbstsorge
  • Workshop 2: Gut leben und arbeiten mit Kindern
  • Workshop 3: Umkämpfte Gesundheit – für menschenwürdige Medizin und Pflege im Krankenhaus
  • Workshop 4: Recht auf gute Pflege und Assistenz
  • Workshop 5: Soziale Arbeit zwischen Verantwortung und Widerstand
  • Workshop 6: Gemeinsame Aktivitäten zur Politisierung von Care – Aktionen und Strategien

 

Inhalte der einzelnen Workshops sind hier zu finden.

Ziele dieser Halbtagesveranstaltung sind:

  • Wir wollen insbesondere in den Workshops Informationen über soziale Probleme zusammentragen und uns so ein vielschichtiges Bild zu Missständen und Notlagen in Freiburg erarbeiten.
  • Wir wollen uns über Vorstellungen und Vorschläge austauschen, wie Sorgearbeit in einem „Freiburg für alle“ gestaltet sein kann.
  • Wir wollen Verbindungen zwischen denen knüpfen, die in den verschiedenen Feldern der Sorgearbeit für Verbesserungen kämpfen.
  • Wir wollen überlegen, wie wir zukünftig mit gemeinsamen Aktionen in die Öffentlichkeit treten.

 

Anmeldungen gerne jetzt schon unter care-revolution-freiburg@riseup.net.

Näheres findet Ihr auf unserem Flyer hier.

Eröffnung der Poliklinik Veddel in Hamburg

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Liebe Freundinnen und Freunde,

es ist so weit! Anfang 2017, hundert Jahre nach der Oktoberrevolution ;), öffnen die Tore unseres kleinen Stadtteilgesundheitszentrums auf der Veddel, das an die Bedarfe der Menschen im Stadtteil angepasst sein soll. Nicht nur medizinische Versorgung trägt zur Gesundheit bei, sondern entscheidend für ein ganzheitliches Wohlbefinden sind oft auch Faktoren des sozialen Umfeldes wie z.B. Diskriminierung oder Ausgrenzung.

Die Poliklinik vereint medizinische Versorgung mit Rechts- und Sozialberatung unter einem Dach – Patienten mit übergreifenden Problemen sind auf diese Weise direkt und leicht weiterzuvermitteln. Auch andere Fachgebiete sollen mit der Zeit hinzukommen und ausgebaut werden, je nach Nachfrage und Bedarf des Stadtteils.

Gerne möchten wir euch zu unserer Eröffnungsfeier am Samstag, den 25.02.2017 einladen.

Es wird ab mittags ein meet and greet mit Programmteil in den Räumlichkeiten der Poliklinik Am Zollhafen 5B geben.

Poliklinik_NightAm Abend möcten wir gerne zusammen Essen. Dafür werden unsere Freundinnen und Freunde von New Hamburg und dem Cafe Nova für uns kochen (Das Cafe Nova befindet sich in der Wilhelmsburg Str. 71).

Im Anschluss werden wir dann bis in den frühen Morgennebel das Tanzbein schwingen.

Wir freuen uns sehr wenn ihr kommt!

Eure Poliklinik